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Zuletzt aktualisiert: 23. März 2026
•Kaufprozess

Eigenkapital Österreich 2025/2026: FMA-Richtlinie, Nachweis & Aufbau

KIM-V ausgelaufen: Was 90 % LTV, 40 % DSTI und 35 Jahre heute als FMA-Aufsichtsrichtwerte bedeuten. Dazu Eigenkapitalnachweis, Planungswerte und Rechenbeispiele.

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WelcherKredit Redaktion

Erfahrungsbasierte Redaktion · keine Finanzberatung

23. März 2026

Kurzantwort: Eigenkapital für Immobilienkredit Österreich

  • Als Richtwert gelten 20% Eigenkapital plus 8–10% Nebenkosten.
  • 20% Eigenkapital = LTV 80% – in Österreich als solide Basis anerkannt.
  • Weniger als 20% ist möglich, führt aber zu höheren Zinsen und strengerer Prüfung.
  • Nebenkosten immer zusätzlich zum Eigenkapital einplanen.

Last updated: 2026-02-01

Kurzantwort: Wie viel Eigenkapital brauche ich in Österreich?

Seit dem Auslaufen der KIM-V am 30. Juni 2025 gibt es kein allgemeines gesetzliches Mindest-Eigenkapital. Die FMA verwendet 90 % LTV, 40 % DSTI und 35 Jahre weiterhin als Aufsichtsrichtwerte. Viele Käufer planen konservativ mit 15–20 % Eigenkapital plus Nebenkosten; die konkrete Anforderung und Kondition legt die Bank fest.

FMA-Richtlinie 2022: Was gilt in Österreich?

Die KIM-V galt von 1. August 2022 bis 30. Juni 2025. Während dieser Zeit setzte sie grundsätzlich 90 % LTV, 40 % DSTI und 35 Jahre Laufzeit als verbindliche Grenzen mit Ausnahmekontingenten. Seit Juli 2025 ist sie außer Kraft; es gibt daher kein allgemeines gesetzliches Mindest-Eigenkapital für jeden Einzelkredit.

Die FMA verwendet dieselben Kernwerte weiterhin als Aufsichtsrichtwerte für eine solide Vergabepraxis. Banken entscheiden den Einzelkredit anhand von Einkommen, Ausgaben, Sicherheiten und Beleihungswert. Der LTV bezieht sich auf den von der Bank anerkannten Immobilienwert; liegt dieser unter dem Kaufpreis, steigt der Eigenmittelbedarf entsprechend.

KriteriumFMA-Aufsichtsrichtwert seit Juli 2025
Max. LTV (Loan-to-Value)90 %
Max. Schuldendienstquote40 % des Nettohaushaltseinkommens
Max. Kreditlaufzeit35 Jahre
Ausnahmekontingent20 % des Quartals-Neugeschäfts

Wie viel Eigenkapital ist gesetzlich Pflicht?

  1. Kein allgemeines gesetzliches Mindest-Eigenkapital seit Juli 2025
  2. FMA-Richtwert Beleihungsquote: grundsätzlich höchstens 90 %
  3. FMA-Richtwert Schuldendienstquote: grundsätzlich höchstens 40 % des Jahresnettoeinkommens
  4. FMA-Richtwert Laufzeit: grundsätzlich höchstens 35 Jahre
  5. Bezugsgröße: Bankgutachten, nicht der vereinbarte Kaufpreis
  6. Nebenkosten (ca. 10 %): nicht Teil des LTV, müssen zusätzlich aus Eigenmitteln kommen

Seit Juli 2025 gibt es kein allgemeines gesetzliches Mindest-Eigenkapital. In der Bankpraxis kann ein niedriger Eigenmittelanteil zu strengerer Prüfung, zusätzlichen Sicherheiten oder höheren Konditionen führen. Welche Quote erforderlich ist, hängt von Bank, Objekt, Einkommen und Bonität ab.

Empfohlenes Eigenkapital: Warum 20 %?

Die 20-%-Marke ist in Österreich aus mehreren Gründen der Goldstandard. Erstens entspricht sie einem LTV von 80 %, ab dem die meisten Banken auf Zinsaufschläge verzichten. Statistisch sinkt das Verlustrisiko für die Bank bei einem LTV unter 80 % erheblich, weil selbst bei einem moderaten Wertrückgang der Immobilie die ausstehende Kreditsumme noch voll besichert ist. Zweitens bleibt bei 20 % Eigenkapital plus 10 % Nebenkosten die Schuldendienstquote bei durchschnittlichem Einkommen und normaler Laufzeit gut unter 40 % — was den Kreditprozess vereinfacht und Nachverhandlungen erspart.

Hinzu kommt der Puffereffekt: Wer mit 20 % startet, hat im Falle eines Zinsanstiegs oder einer Einkommensänderung deutlich mehr finanziellen Spielraum. Banken bewerten diesen Puffer positiv und vergeben Kredite mit 80 % LTV in der Regel schneller und unkomplizierter. Laut OeNB-Daten betrug der durchschnittliche LTV neu ausgezahlter Wohnkredite in Österreich 2023 rund 73,5 % — das bedeutet, die Mehrzahl der Kreditnehmer bringt mehr als 20 % Eigenkapital auf.

Ein weiterer Aspekt: Je mehr Eigenkapital, desto niedriger die monatliche Kreditrate und desto geringer die Gesamtzinslast über die gesamte Laufzeit. Bei einem Kredit von 300.000 € über 30 Jahre entspricht ein Zinsvorteil von 0,5 % bereits rund 27.000 € Ersparnis. Das macht die Anstrengung, möglichst 20 % (plus Nebenkosten) anzusparen, langfristig sehr rentabel.

Wer über 25 % Eigenkapital einbringt, profitiert in der Regel von den günstigsten Konditionen am Markt. Der Unterschied zu 20 % ist zwar kleiner als der Sprung von 10 % auf 20 %, aber bei hohen Kreditsummen dennoch spürbar. Als Faustregel gilt: Eigenkapital bis zur Grenze aufstocken, ab der danach noch ein Liquiditätspuffer von mindestens drei bis sechs Monatsausgaben verbleibt.

Wie weise ich Eigenkapital nach?

Österreichische Banken verlangen beim Kreditantrag einen lückenlosen Nachweis über die Herkunft und den Bestand des Eigenkapitals. Pauschal kann keine Bank einfach auf dein Wort vertrauen — die Dokumente müssen aktuell und vollständig sein. Typischerweise fordert die Bank Unterlagen nicht älter als drei Monate.

  • •Kontoauszug (max. 3 Monate alt): Zeigt den aktuellen Kontostand und die Mittelherkunft; bei mehreren Konten alle relevanten einreichen.
  • •Sparbuch: Vorlage des originalen Sparbuches oder eines aktuellen Auszugs; bei großen Beträgen sollte die Anspargeschichte nachvollziehbar sein.
  • •Depot-Auszug: Bei Aktien, ETFs oder Anleihen als Eigenkapital genügt ein aktueller Depotauszug der Depotbank.
  • •Schenkungsvertrag: Bei Geldgeschenken von Eltern oder Verwandten ist ein schriftlicher Schenkungsvertrag oder zumindest ein Nachweis über die Überweisung mit entsprechendem Verwendungszweck notwendig.
  • •Bausparvertrag-Auszug: Zeigt Guthaben und Fälligkeitsdatum; bei noch nicht fälligem Vertrag prüft die Bank, ob er als Sicherheit eingesetzt werden kann.
  • •Verkaufserlös aus Immobilien oder Wertpapieren: Kaufvertrag und Zahlungsbestätigung oder Depotauszug nach Verkauf.
  • •Eigenleistungsnachweis (bei Neubau): Handwerkerofferten und Nachweise über geleistete Arbeitsstunden; nicht alle Banken akzeptieren Eigenleistung als EK-Komponente.

Anerkannte Eigenkapitalquellen

Nicht jedes Guthaben wird von Banken als vollwertiges Eigenkapital anerkannt. Die folgenden Quellen gelten in Österreich allgemein als anerkannt — allerdings prüft jede Bank individuell, ob und in welchem Umfang sie die jeweilige Quelle akzeptiert.

  • •Eigene Ersparnisse auf Bank- oder Girokonten: Die klassische und am höchsten bewertete Eigenkapitalform; langjähriger Aufbau wird besonders positiv gesehen.
  • •Sparbücher und Festgeldkonten: Gleichwertig mit Giroersparnissen; wichtig ist die Laufzeit und die Kündigungsfrist bei Festgeld.
  • •Wertpapierdepots (Aktien, ETFs, Anleihen): Werden in der Regel zu 70–90 % ihres aktuellen Werts angerechnet, da Kursschwankungen eingepreist werden.
  • •Bausparvertrag-Guthaben: Vollwertig anerkannt; staatliche Prämien sind bereits enthalten.
  • •Lebensversicherungen (Rückkaufswert): In vielen Fällen anerkannt, jedoch nur der aktuelle Rückkaufswert — nicht die versicherte Summe.
  • •Schenkungen von Angehörigen: Mit Schenkungsvertrag und Kontonachweis akzeptiert; ab 50.000 € innerhalb von fünf Jahren unter Angehörigen ist eine Meldung beim Finanzamt erforderlich.
  • •Eigenleistungen bei Neubau oder Sanierung: Nur manche Banken akzeptieren nachgewiesene Eigenleistungen; üblich sind 10–15 € pro Arbeitsstunde als Ansatz.
  • •Fördergelder (z. B. Wohnbauförderung): Werden von einigen Banken anteilig als Eigenkapital anerkannt — vor allem nicht rückzahlbare Zuschüsse.

Bausparvertrag als Eigenkapitalquelle

Der Bausparvertrag ist in Österreich eine der beliebtesten Sparformen für die Eigenheimfinanzierung — und das aus gutem Grund. Nach einer Mindestlaufzeit von sechs Jahren ist das angesparte Guthaben staatlich gefördert: Die sogenannte Wohnbauprämie beträgt derzeit 1,5 % p.a. auf die eingezahlten Beiträge (maximal 1.200 € pro Jahr). Das macht den Bausparvertrag im Vergleich zu gewöhnlichen Sparkonten deutlich attraktiver, besonders in Niedrigzinsphasen.

Österreichische Banken und Bausparkassen (Raiffeisen Bausparkasse, s Bausparkasse, Wüstenrot, Bausparkasse der Österreichischen Volksbanken) erkennen das Guthaben eines fälligen Bausparvertrags als vollwertiges Eigenkapital an. Noch nicht fällige Verträge können oft als Sicherheit gestellt werden, was den effektiven Eigenkapitalanteil erhöht. Darüber hinaus bieten Bausparkassen kombinierte Finanzierungsmodelle an, bei denen ein kostengünstiger Bausparkredit mit einem klassischen Hypothekarkredit verknüpft wird — das kann die Gesamtzinslast spürbar senken.

Wer heute einen Bausparvertrag abschließt und planmäßig spart, hat in sechs Jahren ein solides Eigenkapitalfundament. Bei maximaler jährlicher Einzahlung und staatlicher Prämie können so in sechs Jahren rund 8.000–10.000 € staatlich gefördert angespart werden.

Eigenkapitalrechner: 3 Szenarien

Die folgende Tabelle zeigt drei Planungsvarianten je Kaufpreis. 10 % und 20 % sind Rechenszenarien, keine gesetzlichen Mindestwerte. Nebenkosten und ein Liquiditätspuffer sollten separat berücksichtigt werden; die Bank kann abweichende Eigenmittel verlangen.

KaufpreisMin. EK (10 %)EK + Nebenkosten (10 %)Empfohlen (20 % + NK)
250.000 €25.000 €50.000 €75.000 €
400.000 €40.000 €80.000 €120.000 €
600.000 €60.000 €120.000 €180.000 €

Wohnbauförderung als EK-Ergänzung

Österreichische Wohnbauförderungen sind Ländersache und unterscheiden sich in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark und anderen Bundesländern erheblich. Nicht rückzahlbare Zuschüsse aus der Wohnbauförderung können von einzelnen Banken als Eigenkapitalergänzung anerkannt werden — rückzahlbare Förderdarlehen hingegen zählen als zusätzliche Verbindlichkeit und erhöhen die Schuldendienstquote.

  • •Wien: Wohnbauinitiative und Sanierungsförderung für Ersterwerber; bis zu 30.000 € Zuschuss möglich (einkommens- und kaufpreisabhängig).
  • •Niederösterreich: Wohnbauförderung als Annuitätenzuschuss; reduziert die monatliche Rate, zählt aber nicht direkt als EK.
  • •Oberösterreich: Eigenheimsanierungsförderung und Neubauförderung; Zuschüsse bis zu 15.000 € je nach Energiestandard.
  • •Steiermark: Sanierungsbonus und Neubauförderung; kombinierbar mit Bundesförderungen (z. B. Raus aus Öl und Gas).
  • •Bausparprämie (Bundesebene): 1,5 % p.a. staatliche Prämie auf Bauspareinlagen bis 1.200 € jährlich — akkumuliert sich über Jahre zu relevantem EK-Beitrag.
  • •Wichtig: Immer vor der Kreditantragsstellung klären, ob Fördergelder als EK anerkannt werden — das kann den nötigen Eigenkapitalanteil spürbar reduzieren.

Eigenkapital schneller aufbauen

Den Eigenkapitalaufbau zu beschleunigen erfordert eine Kombination aus erhöhter Sparrate, klugem Einsatz geförderter Sparprodukte und strategischem Timing beim Immobilienkauf.

  • •Bausparvertrag sofort abschließen: Schon sechs Jahre Laufzeit reichen für staatliche Prämien; je früher du startest, desto mehr Prämie akkumulierst du bis zum Kaufzeitpunkt.
  • •Automatisches Sparen einrichten: Überweise direkt nach dem Gehaltseingang einen fixen Betrag auf ein separates Sparkonto — typisch sind 10–20 % des Nettoeinkommens.
  • •Konsumkredite tilgen: Bestehende Ratenkredite erhöhen die Schuldendienstquote und reduzieren den möglichen Kreditrahmen; Tilgung vor dem Hauskauf verbessert die Bonität.
  • •Wertpapiere als EK-Ergänzung: Breit gestreute ETFs über 5–10 Jahre können das Eigenkapital schneller wachsen lassen als Sparbücher — mit entsprechendem Risikobewusstsein.
  • •Schenkungsoptionen in der Familie klären: Elterliche Zuwendungen rechtzeitig planen und dokumentieren; steuerliche Meldefristen beachten (ab 50.000 € in fünf Jahren).
  • •Nebenkosten separat ansparen: Halte Nebenkosten-Rücklage (ca. 10 % des Kaufpreises) auf einem eigenen Konto — das gibt dir Klarheit über deinen tatsächlich verfügbaren EK-Anteil.
  • •Kaufzeitpunkt strategisch wählen: In einem Käufermarkt (hohe Zinsen, wenig Nachfrage) sind Preisverhandlungen leichter — das senkt den Kaufpreis und damit das benötigte EK absolut.

10/20/30%-Szenarien im Vergleich

10 % Eigenkapital

LTV etwa 90 %. Kann strengere Prüfung, zusätzliche Sicherheiten oder höhere Konditionen bedeuten; die Entscheidung trifft die Bank.

Nur mit sehr guter Bonität und/oder Bürgschaft realistisch.

20 % Eigenkapital

LTV ~80 %, Marktstandard österreichischer Banken. Solide Konditionen, regulärer Kreditprozess. Zuzüglich ca. 10 % Nebenkosten = ~30 % Gesamteigenmittel nötig.

Häufigste Zielmarke für Erstkäufer in Österreich.

30 % Eigenkapital

LTV ~70 %, beste Konditionen und geringster Spread. Schuldendienstquote komfortabel unter 40 %. Maximaler Verhandlungsspielraum bei Zinssatz und Tilgungsmodalitäten.

Ideal — wenn danach noch 3–6 Monatsausgaben als Reserve bleiben.

Quellen & Stand

Häufige Fragen zu Eigenkapital in Österreich

Es gibt seit Juli 2025 kein allgemeines gesetzliches Minimum. 15–20 % Eigenkapital plus Nebenkosten sind ein konservatives Planszenario; die Bank entscheidet anhand von Bonität, Sicherheiten und Beleihungswert.

Die KIM-V war eine Verordnung der FMA, die von August 2022 bis 30. Juni 2025 galt. Ihre Kernwerte 90 % LTV, 40 % DSTI und 35 Jahre Laufzeit dienen seitdem weiterhin als Aufsichtsrichtwerte, sind aber keine starren gesetzlichen Grenzen jedes Einzelkredits.

Ja, Geldschenkungen von Angehörigen werden mit schriftlichem Schenkungsvertrag oder Überweisungsnachweis als Eigenkapital anerkannt. Ab 50.000 € innerhalb von fünf Jahren unter nahen Angehörigen ist eine Meldung beim Finanzamt erforderlich.

Ja. Ein fälliger Bausparvertrag wird von österreichischen Banken als vollwertiges Eigenkapital anerkannt. Noch nicht fällige Verträge können als Sicherheit eingesetzt werden. Nach sechs Jahren Mindestlaufzeit ist das Guthaben staatlich mit der Wohnbauprämie (1,5 % p.a.) gefördert.

Die FMA nennt 40 % des Jahresnettoeinkommens als Aufsichtsrichtwert. Die Bank berechnet die individuelle Tragbarkeit anhand von Einkommen, Ausgaben und bestehenden Verpflichtungen und kann eine niedrigere Rate ansetzen.

Ja. Seit dem Auslaufen der KIM-V gibt es keine allgemeine gesetzliche 10-%-Grenze. Ob eine Finanzierung mit wenig Eigenkapital möglich ist, entscheidet die Bank anhand von Bonität, Sicherheiten, Einkommen und Objektwert.

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