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Ratgeber6 Min. Lesezeit
Zuletzt aktualisiert: 11. Jänner 2026
Kaufprozess

Eigenkapital: Wie viel brauche ich wirklich?

Mehr Eigenkapital senkt Zinsen und Risiko – aber zu viel bindet Liquidität. Diese Orientierung hilft bei der Balance.

A

Ahmet Parlak

Immobilienfinanzierung & Hypothekenexperte, Wien

11. Jänner 2026

Kurzantwort: Wie viel Eigenkapital brauche ich wirklich?

  • 20% Eigenkapital ist ein gängiger Richtwert; 30% bringen oft bessere Konditionen.
  • Nebenkosten (ca. 8–10%) immer zusätzlich zum Eigenkapital einkalkulieren.
  • Mehr Eigenkapital senkt Rate und Zinskosten, reduziert aber den Liquiditätspuffer.
  • Einen finanziellen Sicherheitspuffer für Unerwartetes immer einplanen.

Last updated: 2026-02-01

TL;DR: Eigenkapital in 4 Punkten

  • 20% Eigenkapital ist ein häufiger Richtwert, 30% bringen oft bessere Konditionen.
  • Nebenkosten sollten zusätzlich einkalkuliert werden.
  • Mehr Eigenkapital senkt Rate und Zinskosten, reduziert aber den Puffer.
  • Ein finanzieller Sicherheitspuffer bleibt Pflicht.

Wie viel Eigenkapital erwarten Banken?

In Österreich verlangen Banken aufgrund der KIM-V-Verordnung (Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-Verordnung, FMA 2022) mindestens 10% Eigenkapital. In der Praxis liegt die Schwelle jedoch deutlich höher: Die meisten Kreditinstitute erwarten 20% des Kaufpreises als Mindestanteil — entsprechend einem Beleihungsauslauf (LTV) von 80%. Wer weniger einbringt, kann zwar noch bewilligt werden, zahlt aber regelmäßig einen Zinsaufschlag von 0,2–0,5 Prozentpunkten und muss mit strengeren Bonitätsprüfungen rechnen.

Viele Banken fühlen sich bei 30% Eigenkapital deutlich wohler und bieten ab diesem Schwellenwert bessere Konditionen an. Als Faustregel gilt: zum geplanten Eigenkapital immer noch 8–10% des Kaufpreises für Nebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch) einplanen — denn diese müssen aus eigenen Mitteln finanziert werden und zählen in der Regel nicht zur Beleihungsgrundlage. (Quellen: FMA.gv.at; OeNB Finanzstabilitätsbericht 2024)

Wie verändert Eigenkapital deine Monatsrate?

Mehr Eigenkapital bedeutet weniger Kreditbetrag. Das senkt Zinsen und Rate spürbar.

Beispiel: 400.000 € Kaufpreis, 20% Eigenkapital → 320.000 € Kredit. Bei 30% Eigenkapital → 280.000 € Kredit.

Welche Eigenkapitalquellen zählen?

  • Erspartes (Sparbuch, ETFs, Depots)
  • Schenkungen oder Familienunterstützung
  • Bausparvertrag, Prämien oder Förderungen
  • Eigenleistungen (bei Neubau/ Renovierung)

Beispielrechnung: 350.000 € Kaufpreis

20% Eigenkapital: 70.000 € + ca. 9% Nebenkosten ≈ 101.500 € Bedarf.

30% Eigenkapital: 105.000 € + Nebenkosten ≈ 136.500 € Bedarf.

Der höhere Anteil senkt die Kreditrate, aber bindet mehr Liquidität.

Welche typischen Fehler solltest du vermeiden?

Diese Punkte führen oft zu Problemen bei der Bank:

  • Nebenkosten nicht im Eigenkapitalbudget berücksichtigt.
  • Komplettes Erspartes eingesetzt, ohne Puffer.
  • Eigenkapitalquellen nicht sauber dokumentiert.
  • Zu optimistische Rate ohne Reserve geplant.

Checkliste vor dem Bankgespräch

Bereite diese Punkte vor:

  • Eigenkapitalnachweise (Kontoauszüge, Depots, Schenkungen).
  • Nebenkostenbudget und Liquiditätspuffer.
  • Zielrate und Laufzeitpräferenz.
  • Einkommensnachweise und laufende Verpflichtungen.

Wie viel Puffer solltest du behalten?

Plane einen Liquiditätspuffer für Möbel, Umzug und unerwartete Kosten ein.

Ein “zu knappes” Eigenkapital kann zu Stress führen – besonders bei Zinsanstieg.

Häufige Fragen zu Eigenkapital

Es ist ein verbreiteter Richtwert. Manche Banken akzeptieren weniger, verlangen dann aber bessere Sicherheiten.

Sparguthaben, Wertpapiere, Bausparverträge oder gesicherte private Darlehen.

Nein. Ein finanzieller Puffer für Notfälle oder Renovierungen ist wichtig.

Ja, Nebenkosten kommen on top und sollten im Eigenkapitalbudget enthalten sein.

Oft ja, aber Banken verlangen Nachweise und klare Konditionen.

Ein höherer Eigenkapitalanteil senkt meist das Risiko und damit den Zinssatz.

Finanzierungen sind möglich, aber oft mit strengeren Bedingungen und höheren Zinsen.

Bei Neubau oder Sanierung kann das teilweise möglich sein, wenn es gut dokumentiert ist.

Viele Planer empfehlen zusätzlich 5–10% des Kaufpreises als Puffer.

Teilweise ja, aber Banken bewerten das neu. Es ist besser, vorab zu planen.

Nächster Schritt: Soft-Check starten

Wähle den Einstieg, der am besten zu deiner Entscheidung passt.

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Haftungsausschluss: Diese Berechnungen sind Schätzungen und dienen nur zu Informationszwecken. Die tatsächlichen Kosten und Ergebnisse können je nach individuellen Umständen, Marktbedingungen und spezifischen Kreditkonditionen variieren. Konsultieren Sie einen Finanzberater oder Hypothekenmakler für personalisierte Beratung.

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